13.01.12
Kongress Pflege 2012
Vom 27. – 28.Januar 2012 findet in Berlin der "Kongress Pflege 2012" statt. Das Kernthema wird „Pflegekammern in Deutschland“ sein. Es soll darüber informiert werden, wie der Stand in den einzelnen Bundesländern ist und wie die Struktur einer Bundespflegekammer aussehen könnte. „Die Grundstrukturen der Landespflegekammern sollten möglichst einheitlich sein, deshalb muss sich eine Bundespflegekammer als Dachorganisation parallel zu den Landespflegekammern entwickeln“, fordert Peter Bechtel, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Pflegepersonen (BALK) e.V., welche neben dem Deutschen Pflegerat (DPR) e.V. und weiteren führenden Berufsverbänden Kooperationspartner des Kongresses ist.
Auf dem "Kongress Pflege 2012" werden wie jedes Jahr wieder rund 1.000 professionell Pflegende aus allen Versorgungsbereichen erwartet, die sich über verschiedene Themen wie Personalbedarfsberechnung und Personalrecruiting, Dienstplangestaltung aus arbeitsrechtlicher Sicht oder Krankenhaushygiene und das neue Infektionsschutzgesetz informieren und weiterbilden möchten. Weitere Schwerpunkte werden sein: IT in der Pflege sowie Kommunikation und Konfliktmanagement. Aktuelle Themen zu den Entwicklungen in Sachen Pflegereform und Berufsgesetz werden ebenfalls aufgegriffen.
19.12.11
Barmer GEK - Pflegereport 2011
Die Diskussion über eine Reform der Pflegeversicherung gewinnt deutlich an Dynamik. Besonders der jüngst vorgestellt BARMER GEK Pflegereport 2011 trifft auf großes Interesse. Laut dem Report lag das Risiko pflegebedürftig zu werden für Männer im Jahr 2009 bei 50%, bei Frauen sogar bei 72%. Der Antstieg ist beträchtlich: Im Jahr 2000 hatte das Risiko für Männer noch bei 41% und für Frauen bei 65% gelegen. Deutschlands Pflegeversorgung stellt das vor ernorme Herausforderungen. "Das Thema Pflege wird uns weiter treiben. Auf Dauer können wir uns Reformen im Schneckentempo nicht mehr leisten, wir müssen schneller vorankommen", so Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK.
Auszug der Ergebnisse des Barmer GEK Pflegereports 2011:
- 5% der 80-Jährigen und 20% der 90-Jährigen werden innerhalb eines Jahres pflegebedürftig
- Frauen sind länger pflegebedürftig als Männer. So überlebten Männer die im Jahr 1999 pflegebedürftig wurden, durchschnittlich 3 Jahre, Frauen 4 Jahre
- Das Sterben verlagert sich ins Krankenhaus oder Pflegeheim. Die Zahl der über 30-Jährigen, die im Krankenhaus verstarben ist zwischen 2000 und 2009 von 401.000 auf 423.000 Menschen im Jahr gestiegen. Gleichzeitig wuchs die Zahl der im Pflegeheim verstorbenen von 140.000 auf 159.000. Damit verstarben 70% in Krankenhäusern oder Pflegeheimen. Im Jahr 2000 lag die Quote bei 65%.
19.12.11
Versorgungs-Report 2012: Gesundheitskosten
Aus dem kürzlich veröffentlichen Versorgungs-Report 2012 "Gesundheit im Alter" geht hervor, dass die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) deutlich weniger Belasten als vermutet. Nach Berechnungen des Gesundheitsökonomen Stefan Felder von der Universität Basel steigen die GKV-Ausgaben aufgrund des zunehmenden Anteils Älterer an der Bevölkerung bis 2050 bis zu 20%. Das entspricht einem Ausgabenplus von 0,4% pro Jahr. Zwischen 2005 und 2009 sind die Ausgaben des GKV im Jahresmittel aber um 3,7% gestiegen. "Felders Berechnungen für den Versorgungs-Report 2012 haben ergeben, dass die steigende Lebenserwartung zwar durchaus höhere Ausgaben nach sich zieht, aber bei weitem nicht im Ausmaß einer Kostenexplosion", heißt es weiter.
14.11.11
Fachtagung „Wohnen und Pflege für Senioren“
Die allgemeine Feststellung, dass der Bedarf an Einrichtungen und Diensten für das Wohnen und die Pflege für Senioren zunimmt und der Pflegemarkt relativ zu anderen Wirtschaftssektoren die größten Wachstumsraten hat, reicht allein für eine nachhaltige unternehmerische Entscheidung nicht aus. So haben sich vergangene Woche im Rahmen der Strategietagung in der Bank für Sozialwirtschaft die Akteure des Pflegemarktes über praktizierte Modelle von Wohnen und Pflege für Senioren ausgetauscht.
14.11.11
Pflegepaket in Niedersachsen beschlossen
In Niedersachsen haben sich verschiedene Partnerinnen und Partner unter Moderation des Sozialministeriums auf ein umfassendes Pflegepaket für Niedersachsen geeignigt. Pflegekassen, Kommunale Spitzenverbände, Verbände der Freien Wohlfahrtspflege und Verbände der Privaten Pflegeanbieter haben sich in Gesprächen mit dem Sozialministerium in den vergangenen Monaten auf folgende Schwerpunkte geeignigt:
Fachkräftegewinnung und Fachkräftesicherung: Die monatliche Schulgeldförderung aus Mitteln des Sozialministeriums soll erhöht werden. Die betriebliche Gesundheitsförderung für Mitarbeiter im aktiven Pflegedienst soll ausgebaut werden. Die heute noch unterschiedlichen Ausbildungen in der Alten- bzw. Gesundheitspflege sollen vereinheitlicht werden.
Ambulante Pflege: Arbeitsbedingungen der ambulanten Pflegedienste sollen entbürokratisiert und somit erleichtert werden.
Stationäre Pflege: Die Tarifbindung von Einrichtungsträgern bei den Pflegesatzverhandlungen sind zu berücksichtigen. In den Regionen, in denen die Pflegesätze besonders niedrig sind, soll kurzfristig geprüft werden, ob Pflegesatzerhöhungen und Verbesserungen der personellen Rahmenbedingunen zur Sicherung der Pflegequalität erforderlich sind. Der stationäre Bereich soll entbürokratisiert werden, indem Doppelprüfungen vermieden werden sollen.
24.10.11
Pflegeversicherung: Grüne setzten auf Bürgerversicherung
Zur Finanzierung der Pflegeversicherung haben die Grünen im Bundestag eine breit angelegte Bürgerversicherung vorgeschlagen. Mit dem Konzept einer Bürgerversicherung wollen die Grünen sich als Alternative zur Koalition, aber auch zur SPD empfehlen. Der unausweisliche Beitragsanstieg soll gedämpft werden, betonten die Grünen im Bundestag in Berlin. Dies soll unter anderem durch eine komplette Einbeziehung der Privatversicherten, durch Beiträge auch auf Kapitaleinkünften und Mieten sowie durch die Anhebung der Bemessungsgrenze für Beiträge von 3.712 auf 5.500 Euro erreicht werden.
11.10.11
DEVAP: Neuer Forderungskatalog „Vom Wert der Pflege“
Der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege e.V. (DEVAP) hat den neuen Forderungskatalog "Vom Wert der Pflege" heraus gegeben. Die Betreuung demenziell veränderter Menschen ist eine der größten Gegenwarts- und Zukunftsaufgaben, und damit eine zentrale Herausforderung für unsere Gesellschaft", so Renate Gamp, Vorsitzende des DEVAP. Der DEVAP fordert in diesem Punkt unter anderem eine umfassende ärztliche Versorgung und qualifizierte Angebote zur sozialen Betreuung von Menschen mit Demenz. Für die Mitarbeitenden fordert der DEVAP, die Änderung des gesetzlichen Rahmens, um eine tarifgerechte Entlohnung der Mitarbeitenden sicherstellen zu können. "Personalkosten aus einer tariflichen und ortsüblichen Entlohung müssen in voller Höhe in den Vergütungsverhandlungen von den Kostenträgern anerkannt werden". Mit seinem Forderungskatalog will der DEVAP dazu beitragen, den Dialog weiter zu führen und zu einem schnellen Reformergebnis zu kommen.